
Nach einer sehr starken ersten Saisonhälfte mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen erlebte das BMW M Team WRT beim „Lone Star Le Mans“ in Austin einen schwierigen Start in Halbzeit zwei der FIA World Endurance Championship (FIA WEC). Auf dem Circuit of the Americas kamen die beiden BMW M Hybrid V8 nicht über die Plätze acht und zwölf hinaus. Dennoch konnten Robin Frijns und René Rast die Führung in der Fahrerwertung behaupten. Auch in der LMGT3-Klasse verlief das 6-Stunden-Rennen in Texas nicht wie erhofft.
Bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit gelang es dem BMW M Team WRT nicht, an die herausragenden Leistungen vor der Sommerpause anzuknüpfen. Kevin Magnussen, Raffaele Marciello und Dries Vanthoor gingen von Startplatz elf ins Rennen und arbeiteten sich durch effiziente Fahrweise bis in die Top-5 nach vorn. Doch nach einer Safety-Car-Phase rund 45 Minuten vor Schluss konnte der #15 BMW M Hybrid V8 die Pace der direkten Konkurrenz nicht mehr mitgehen und kam letztlich auf Position acht ins Ziel. Ähnlich erging es Frijns, Rast und Sheldon van der Linde im #20 Shell BMW M Hybrid V8. Sie wurden Zwölfte. Da der #7 Toyota kurz vor dem Ziel in Führung liegend ausschied, bleiben Frijns und Rast punktgleich an der Spitze der Fahrerwertung. In der Herstellerwertung liegt BMW M Motorsport mit 131 Punkten und neun Zählern Rückstand auf Toyota weiterhin auf Position zwei.

In der LMGT3-Klasse gerieten beide BMW M4 GT3 EVO früh im Rennen in Probleme. In der Nummer 69 sorgte eine leichte Kollision in der Anfangsphase für einen Reifenschaden und starke Rauchentwicklung im Cockpit, und Anthony McIntosh musste zum Notstopp an die Box kommen. Er konnte das Rennen nach kurzer Zeit zwar wieder aufnehmen, doch der außerplanmäßige Stopp zog zusätzlich eine Stop-and-Go-Strafe nach sich. Dennoch gelang McIntosh, Parker Thompson und Dan Harper noch eine bemerkenswerte Aufholjagd, die mit dem elften Platz endete. Die Nummer 32 mit Augusto Farfus, Sean Gelael und Darren Leung verlor durch einen längeren Reparaturstopp aufgrund eines defekten Sensors sowie eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Überschreitung der Track Limits viel Zeit und kam nicht über Platz 16 hinaus.
Leider konnten wir auf dieser Strecke und bei diesen Bedingungen nicht an die starke erste Saisonhälfte in der FIA WEC anknüpfen. Hinzu kam, dass wir mit beiden Fahrzeugen kein fehlerfreies Rennen zeigen konnten. Das Ergebnis mit Platz acht und zwölf ist gemessen an dem, was wir bisher mit dem BMW M Hybrid V8 geleistet haben, enttäuschend. Gerade mit der Nummer 20, deren Fahrer im Titelkampf ganz vorne sind, wären Punkte wichtig gewesen. Letztlich haben wir von dem Ausfall des #7 Toyota profitiert. Es tut mir leid für unsere Mitbewerber, die einen tollen Job gemacht haben und den Sieg verdient hätten.
Das war ein hartes Wochenende. Wir hatten mit unseren Hypercars nicht die nötige Pace, haben aber immerhin einige Punkte geholt. Dass wir die Führung in der Fahrerwertung behaupten konnten und auch in der Herstellerwertung im Rennen um Platz eins bleiben, freut uns, aber der Ausfall des Toyota ist natürlich extrem unglücklich. Die Crew hatte so ein starkes Wochenende. Aber so ist Racing manchmal. In der LMGT3-Klasse haben wir keine Punkte geholt. Mit der #69 hatten wir einen Reifenschaden, und Anthony McIntosh hatte es unglaublich schwer, das Auto bei all dem Rauch im Cockpit zurück an die Box zu bringen.
Fahrerstimmen.

Dries Vanthoor (BMW M Team WRT, #15 BMW M Hybrid V8, 8. Platz): „Das war nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten, wir wussten aber schon vor dem Rennen, dass es hier schwierig werden würde. Jetzt müssen wir uns anschauen, warum es uns diesmal an Pace gefehlt hat. Dazu haben wir aber auch kein perfektes Rennen abgeliefert. Dass wir dennoch ein paar Punkte geholt haben, ist die gute Nachricht des Tages.“
Robin Frijns (BMW M Team WRT, #20 Shell BMW M Hybrid V8, 12. Platz): „Ein schwieriges Wochenende für uns. Wir hatten hier nicht die Pace, um mit der Spitze mitzuhalten. Leider gab es zudem bei meinem Boxenstopp noch ein Problem, das mich einige Sekunden gekostet hat. Was das war, müssen wir analysieren. Ohne das Problem hätten wir vielleicht in die Punkteränge fahren können, aber mehr als Platz sechs oder sieben wäre auf keinen Fall drin gewesen. Der späte Ausfall des #7 Toyota war bitter für unsere Konkurrenten, aber gleichzeitig Glück für uns, denn dadurch bleiben wir an der Spitze der Fahrerwertung.“
Dan Harper (Team WRT, #69 BMW M4 GT3 EVO, 11. Platz LMGT3): „Beide Autos außerhalb der Punkteränge – das ist natürlich enttäuschend. Es tut mir leid für das Team, das bei der Hitze hart gearbeitet hat und dafür am Ende nicht belohnt wurde. Vielen Dank an alle! Die hohen Temperaturen und der Reifenverschleiß waren problematisch. Jetzt müssen wir nach vorn schauen und es in Fuji wieder besser machen.“
Sean Gelael (Team WRT, #32 BMW M4 GT3 EVO, 16. Platz LMGT3): „Leider ein weiteres ‚Was wäre, wenn‘-Rennen für uns in dieser Saison. Am Start lief alles super, und wir lagen schon auf Platz drei. Doch dann kam dieses Sensorproblem und wir haben an der Box zehn Runden verloren. Danach sind wir nur noch weitergefahren, um Daten für die nächsten Rennen zu sammeln. Hoffentlich endet unser Pech in dieser Saison bald und wir können wieder gute Ergebnisse einfahren.“
