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„ICH GENIESSE JEDEN KILOMETER.“

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7 min Lesedauer

CSL-light: Der BMW M3 E46 mit Competition Paket von Klaus Huber.

Eine Rarität in der Hand eines echten Enthusiasten: BMW M Ingenieur Klaus Huber über seinen BMW M3 E46 mit Competition Paket.

5. Oktober 2023

Es gibt Automobile, die ihr Dasein immer ein wenig im Schatten ihrer größeren, stärkeren oder schnelleren Verwandten fristen. Nicht selten zu Unrecht, wie der BMW M3 E46 Competition von BMW M Entwicklungsingenieur Klaus Huber beweist. Das Modell ist nicht nur zeitlos schön und M typisch schnell, es ist in dieser Konfiguration auch beeindruckend selten. Wir haben uns mit dem Fahrdynamikexperten und M3 Enthusiasten zu einem Interview getroffen.

Klaus Huber mit seinem BMW M3 E46 mit Competition Paket.
Der BMW M3 war schon immer das Traumauto von BMW M Entwicklungsingenieur Klaus Huber.

BMW M Magazin: Herr Huber, Sie sind Besitzer eines BMW M3 E46 mit Competition Paket. Erzählen Sie doch mal!

Klaus Huber: Der BMW M3 ist und war schon immer mein Traumauto. Besonders stimmig finde ich das M3 E46 Modell: klein, kompakt, handlich, hochdrehender Reihen-Sechszylinder-Saugmotor – einfach toll. Ich war daher schon länger auf der Suche nach so einem Fahrzeug. Ultimativ wäre natürlich der BMW M3 CSL gewesen, aber als rares Sammlerauto werden hier mittlerweile astronomische Preise aufgerufen. Doch Kenner wissen: Das Competition-Modell verfügt über einige Inhalte des CSL. Und so habe ich mich bei der Suche auf diese Variante konzentriert, was vor etwas mehr als drei Jahren dann auch zum Erfolg führte.

5 STARKE FAKTEN:

  • Offizieller Modellname: BMW M3 E46 mit Competition Paket
  • Leistung: 252 kW (343 PS)
  • Viele Ausstattungsmerkmale aus dem BMW M3 CSL
  • Lackierung: Silbergrau metallic
  • Extrem rar: Weniger als 400 Exemplare wurden gebaut
Klaus Huber am Kofferraum seines BMW M3 E46 mit Competition Paket
Ein besonderes Detail beim M3 E46 mit Competition Paket: Die elektrisch betriebenen Ausstellfenster für den Fond.

Was fasziniert Sie an diesem Fahrzeug besonders?

Die technischen Feinheiten, die er mit dem M3 CSL gemein hat. Da wäre etwa die direktere Lenkübersetzung, die größere Bremse oder die Abstimmung der Federn und Dämpfer inklusive der dezenten Tieferlegung. Das alles führt zu einem Fahrgefühl, das ich ohne jeden Zweifel als CSL-light bezeichnen würde. Die schönen Speichenfelgen im CSL-Style unterstreichen auch optisch die Leistungsfähigkeit und Nähe zum Topmodell. Und dann gibt es so ein kleines Detail, das es bei aktuellen Autos schlicht nicht mehr gibt: die elektrisch betriebenen Ausstellfenster für den Fond. Werden sie geöffnet, hat man im Sommer immer kühle Luft ohne Durchzug und man hört den fantastischen Motorsound noch besser. Ein tolles Feature, ich liebe es.

Das Auto vermittelt ein Fahrgefühl wie ein kleiner BMW M3 CSL. Und das ist er im Grunde ja auch.
Klaus Huber, BMW M Entwicklungsingenieur
Das Cockpit des BMW M3 CSL.
Über die einzelne Taste am Lenkrad lässt sich der M Fahrdynamic Mode aktivieren. Eingeführt wurde diese Funktion mit dem BMW M3 CSL E46 (Bild).

Was hat es mit der Taste auf der rechten Speiche des M Lenkrads auf sich, die es nur bei dieser Modellvariante gibt?

Hinter diesem besonderen Alcantara-Lenkrad mit der einzelnen Taste verbirgt sich der M Fahrdynamic Mode, der im BMW M3 E46 zum ersten Mal in der Geschichte von BMW M zur Anwendung kam. Wird er aktiviert, hält sich das Regelsystem DSC zurück, die Dynamik und die Freiheitsgrade für den Fahrer werden erhöht, ohne auf den sogenannten Rettungsanker bei drohender Schleudergefahr zu verzichten. Für versierte Fahrer bedeutet das schlicht mehr Fahrspaß, da das Auto sehr einfach zu beherrschen ist. Der praktische Schnellaufruf des Systems über den Button war nur im M3 CSL und dem Competition Modell verbaut.

Klaus Huber am Steuer seines BMW M3 E46 mit Competition Paket.
Eine Modifikation hat Klaus Huber vorgenommen: In seinem M3 Competition nehmen Fahrer und Beifahrer auf Recaro-Schalensitze aus dem CSL Platz.

Der BMW M3 mit Competition Paket wurde nur etwas mehr als 300-mal gebaut, er ist dementsprechend wertvoll. Wird das Modell trotzdem regelmäßig bewegt?

Ich habe das Fahrzeug gekauft, weil ich damit wirklich Spaß haben will. Heißt, ich fahre das Auto und genieße jeden Kilometer, vor allem in den Alpen. Ein Daily-Driver ist der M3 aber nicht. Wenn ich schätzen müsste, würde ich sagen, 2.000 bis 3.000 Kilometer kommen jährlich auf jeden Fall hinzu.

Planen Sie auch die eine oder andere Runde auf einer Rennstrecke?

Nein, Rennstrecke fahre ich damit nicht. Für solche Zwecke würde ich mir eher ein reines Track-Tool bauen. Den BMW M3 Competition möchte ich Original belassen und ihn im Serienzustand auf der Straße genießen.

Klaus Huber hinterm Steuer seines BMW M3 E46 mit Competition Paket.
„Wenn mich Leute auf der Autobahn sehen und mir den Daumen hoch geben, freut mich das natürlich immer!“, sagt Klaus Huber.
Ich liebe die Agilität des E46, aber mich beeindruckt auch die Performance aktueller M Modelle. Am Ende kommt es auf den Fahrspaß an.
Klaus Huber, BMW M Entwicklungsingenieur
BMW M3 E46 mit Competition Paket von Klaus Huber.
Luftdrücke erhöhen, Batterie regelmäßig laden und Öl wechseln – so macht Klaus Huber sein seltenes M Automobil fit für die Standzeit im Winter.

Wird das besondere Modell von anderen Menschen auf der Straße erkannt oder ist dieser M3 nur was für echte Kenner?

In dieser originalen Konfiguration ist er schwer zu erkennen, da man die CSL-Felgen und die leichte Tieferlegung auch an vielen „normalen“ BMW M3 E46 Modellen sieht. Dennoch sind viele Leute begeistert, wenn sie meinen M3 sehen, da er neben den genannten Features auch die schöne silbergraue Lackierung hat und in einem sehr guten Zustand ist. Wenn mich Leute auf der Autobahn sehen und mir den Daumen hoch geben, freut mich das natürlich immer!

Die Kiemen des BMW M3 E46 mit Competition Paket.
Agil, leichtfüßig und mit einem hochemotionalen Fahrgefühl: Das zeichnet die Fahrzeuge der BMW M GmbH aus, egal ob historisches Automobil oder aktuelles Modell.

Als Leiter Fahrdynamikabstimmung und Reifenentwicklung bei BMW M sind Sie tief in die Entwicklung aktueller BMW M Modelle involviert: Was hat sich in 20 Jahren Entwicklung vor allem an den Autos verändert?

Wirklich einiges, teilweise fundamental. Das zunächst Augenscheinlichste ist vielleicht, dass die neuen BMW M Modelle größer und auch etwas schwerer geworden sind – aus Gründen der aktiven und passiven Sicherheit sowie der gesetzlichen Regularien. Trotzdem sind die Fahrzeuge markentypisch extrem agil, leichtfüßig und zeichnen sich durch ein intensives und hochemotionales Fahrgefühl aus. Die reine Fahrdynamik wurde, wie bereits erwähnt, massiv gesteigert. Ob es um Rundenzeiten auf dem Hockenheimring, der Nürburgring Nordschleife oder um reine Längs- und Querdynamikmessungen geht – die Autos sind deutlich schneller als vor 20 Jahren, sie sind deutlich präziser zu fahren und die Karosseriebewegungen signifikant geringer.

Nun, woran liegt das? Viele einzelne Maßnahmen haben dazu geführt: Angefangen bei einem sehr steifen Chassis, das punktuell gegenüber der Basis signifikant versteift wurde und einen harmonischen Steifigkeitsverlauf aufweist. Darauf ist eine Entwicklung hochperformanter Räder und Reifen möglich, die in der Dimension genau auf das Fahrzeugprojekt ausgelegt wurden. Die Fahrwerkshardware, wie Achskinematik und Elastokinematik, Lenkung und Federung sowie Dämpfer werden und wurden deutlich weiterentwickelt, inklusive der Softwareapplikationen.

BMW M3 E46 mit Competition Paket von BMW M Entwicklungsingenieur Klaus Huber.
Ikonische M Automobile inspirieren Klaus Huber bei der Entwicklung der Fahrdynamik der neusten BMW M Modelle.

Welche Gedanken haben Sie als Fahrdynamikexperte beim batterieelektrischen Antrieb?

Der batterieelektrische Antrieb bietet tatsächlich sehr viele Möglichkeiten, die Fahrdynamik noch weiter zu verbessern, Regelsysteme noch feinfühliger auszulegen, die Rückmeldung an den Fahrer noch präziser zu gestalten. Das machen wir uns – gerade bei BMW M – besonders zunutze, um den Modellen die M typische Fahrdynamik anzutrainieren. In Zukunft auch im High-Performance-Bereich.

BMW M Entwicklungsingenieur Klaus Huber und sein BMW M3 E46 mit Competition Paket.
Klaus Huber: „Ich mag es puristisch, aber ein BMW M muss auch immer sehr gut im Alltag funktionieren.“

Herr Huber, jetzt müssen Sie sich entscheiden:

Heck- oder Allradantrieb?
Heckantrieb!

Turbo- oder Saugmotor?
Saugmotor in der Vergangenheit, Turbo in aktuellen Fahrzeugen, das passt aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen

Zwei- oder Viersitzer?
Vier sind besser als zwei.

Handschaltgetriebe oder Automatik?
Ich mag es puristisch und manuell.

Modus SPORT oder COMFORT?
30:70 – ein BMW M muss immer auch sehr gut im Alltag funktionieren!

Coupé oder Limousine?
Ich mag beide Karosserieformen. Aber die M3 Limousine finde ich absolut cool.

Vielen Dank für das Interview!

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