Die Spitznamen für BMW haben eine lange Geschichte. Die bekanntesten, etwa „Bimmer“, „Beemer“ oder „Beamer“, haben ihre Ursprünge im englischen Sprachraum und reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. Heute sind diese Spitznamen für die Petrolheads aus aller Welt Synonyme für Fahrzeuge von BMW. Doch wie kam es zu diesen ungewöhnlichen Namensschöpfungen und worin unterscheiden sich ihre Bedeutungen?
DER URSPRUNG DES SPITZNAMEN „BEEMER“.
DER URSPRUNG DES SPITZNAMEN „BEEMER“.
Der Spitzname „Beemer“ war der erste der drei umgangssprachlichen Bezeichnungen für BMW. Er tauchte erstmals Ende der Dreißigerjahre des vorigen Jahrhunderts in Großbritannien auf und diente dazu, die Motorräder aus Bayern von den Maschinen des englischen Herstellers BSA zu unterscheiden, die den Spitznamen „Beezer“ trugen. Die Unterscheidung wurde nötig, da BMW Motorräder in den Dreißigerjahren durch Leistungen in britischen Rennserien immer mehr von sich reden machten.
So auch im Jahre 1939 beim „Isle of Man TT“, dem berühmtesten und anspruchsvollsten Motorradrennen der Welt. Georg „Schorsch“ Meier gewann auf der BMW 255 Kompressor als erster Nicht-Brite die prestigeträchtige Senior TT. Es folgte in den Nachkriegsjahren eine lange Siegerliste von BMW Gespannen. Insgesamt errangen bis zum Ende der Rennen mit WM-Status im Jahr 1976 weitere Fahrer wie Walter Schneider, Max Deubel, Siegfried Schauzu oder Klaus Enders 26 Siege auf einer BMW.

BEEZER, BEEMER, BEAMER.

BEEZER, BEEMER, BEAMER.
Im angelsächsischen Raum wurde die Bezeichnung „Beemer“ für BMW Motorräder schnell immer beliebter. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus der Spitzname „Beamer“, wobei die Begriffe identisch ausgesprochen werden. Die Ähnlichkeit zum englischen Wort Beam („Strahl“, „Balken“) ist beim „Beamer“ zufällig.
Neben dem ursprünglichen Anlass, BMW Motorräder von den „Beezers“ zu unterscheiden, gab es noch einen zweiten Grund dafür, dass „Beemer“ und „Beamer“ in der damaligen Community so großen Zuspruch fanden: Im Englischen ist die Aussprache von BMW – „Bi-Em-Dabbel-Ju“ – etwas sperrig. Ein Wort wie „Beemer“ geht dagegen viel entspannter über die Lippen.
Im Heimatland von BMW hat sich übrigens nie ein eigener Spitzname herausgebildet. Das liegt wohl auch daran, dass sich BMW im Deutschen einfach und bündig aussprechen lässt.
WIE AUS „BEAMER“ „BIMMER“ WURDE.

WIE AUS „BEAMER“ „BIMMER“ WURDE.
Der Spitzname „Bimmer“ entstand in den 1970er-Jahren. Damals wurden auch in den Vereinigten Staaten BMW Automobile immer populärer. Die US-Amerikaner hatten die Autos von BMW zunächst wie die Motorräder auch „Beamer“ genannt – mit Ausnahme des BMW Clubs „Boston Chapter“. Dessen Newsletter trug bereits seit den Siebzigern den Titel „Bimmer“. Mit demselben Namen kam später dann – unabhängig vom „Boston Chapter“ – in den USA auch eine Zeitschrift für BMW Fans auf den Markt. So setzte sich der Spitzname „Bimmer“ für die Autos der Marke BMW durch. Er ist heute weltweit gebräuchlich – unter Autofans sogar in Deutschland.
Das legendäre „Bimmer“-Magazin gibt es heute nicht mehr. Aber das halbjährlich erscheinende Club-Magazin des BMW Car Club of America, „BIMMERLIFE“ genannt, ist so etwas wie der inoffizielle Nachfolger, der die entstandene Lücke mit beeindruckenden Fotostrecken und einer Mischung aus regionalen und überregionalen Beiträgen füllt.
„KOSTBARES PFERD“: BMW AUF CHINESISCH.

„KOSTBARES PFERD“: BMW AUF CHINESISCH.
Neben dem „Bimmer“ im englischen Sprachraum entwickelte sich auch in China ab den 1990er-Jahren ein Spitzname für Autos von BMW: „Bao-ma“ (gesprochen „bau-mah“). Wörtlich übersetzt bedeutet der Spitzname „kostbares Pferd“.
In der chinesischen Kultur genießen Pferde seit jeher einen hohen spirituellen wie kulturellen Stellenwert und bedeuten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten.
Heute hat das Auto das Pferd als Fortbewegungsmittel weitestgehend ersetzt und damit auch seinen Wert als Statussymbol in der chinesischen Kultur übernommen. Besonders mit der Marke BMW werden Wohlstand und Reichtum verknüpft.



