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M2 CS
5 min Lesedauer

SCHNELLER VON 0 AUF 100.

Leistung bedeutet viel. Aber nicht alles. Mit welchen Kniffen sich die schnellste Beschleunigung bei Ihrem BMW M realisieren lässt, wie die Entwicklung der Beschleunigung auf vier Rädern historisch verlief, warum Elektroautos noch eins draufsetzen können und wo die physikalischen Grenzen liegen? Lesen Sie alles hier.

29. April 2026

BMW M2 [1] :
Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km   10,2
CO2-Emissionen kombiniert in g/km   230
CO2-Klasse   G
Spielkarten Beschleunigung 0-100

Leistung in PS, maximale Drehzahl und Geschwindigkeit – welche wichtige Kennzahl von Auto-Messwerten fehlt in dieser Aufzählung? Genau, die Beschleunigung. Von 0 auf 100 Stundenkilometer. Ein Wert, über den man mit Auto-Liebhabern fachsimpeln kann. Eine Statistik, die schon Kinder beim Quartett-Spielen auswendig lernen. Von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden? Stich!

EINE SCHNELLE GESCHICHTE DER BESCHLEUNIGUNG.

Geschwindigkeits-Rekordwagen: „La Jamais Contente“

Der erste Wagen, der eine Geschwindigkeit von 100 km/h erreichte: „La Jamais Contente“.

Der erste Wagen, der eine Geschwindigkeit von 100 km/h erreichte: „La Jamais Contente“.

EINE SCHNELLE GESCHICHTE DER BESCHLEUNIGUNG.

In der Geschichte der automobilen Beschleunigung ging es lange Zeit nicht recht von der Stelle. Der Grund? Viele Autos brachten schlicht nicht die nötige Leistung auf, um überhaupt eine Geschwindigkeit von 100 km/h zu erreichen. Das erste Fahrzeug, das diese Schallmauer durchbrach, war im Jahr 1899 der französische Wagen „La Jamais Contente“ („Die niemals Glückliche“). Angetrieben wurde diese „Rakete“ auf vier Rädern von zwei Elektromotoren mit einer Leistung von jeweils 34 PS. Die genaue Zeit für diesen ersten Sprint von 0 auf 100 km/h ist nicht überliefert. Sicher ist: Bevor der Pilot Camille Jenatzy die anvisierte Geschwindigkeit erreichte, war er schon gut einen Kilometer auf der Teststrecke unterwegs. Übrigens war damals die E-Mobilität noch auf Augenhöhe mit der Verbrenner-Technologie. Erst die Erfindung des elektrischen Anlassers und der Ausbau der Tankstelleninfrastruktur ließen den E-Motor ins Hintertreffen geraten.

VON 0 AUF 100: ERST LANGSAM, DANN ABER RICHTIG.

VON 0 AUF 100: ERST LANGSAM, DANN ABER RICHTIG.

Ein halbes Jahrhundert später waren die Beschleunigungs-Werte schon deutlich besser. Doch von schnell konnte noch nicht die Rede sein. Ein Kleinwagen benötigte in den 1950er-Jahren für den Standardsprint mehr als 30 Sekunden, Sportwagen kämpften sich mit Mühe unter die 10-Sekunden-Marke. Als BMW vor 40 Jahren den ersten BMW M3 mit 147 kW (200 PS) auf den Markt brachte, beschleunigte der Sportler in respektablen 6,7 Sekunden auf 100 km/h. Der 405 kW (550 PS) starke BMW M3 CS Touring aus dem Jahr 2025 halbiert diesen Wert fast noch mal auf 3,5 Sekunden.

BMW M3 CS Touring [1] :
Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km   10,5
CO2-Emissionen kombiniert in g/km   238
CO2-Klasse   G

Fehlende Leistung kann heutzutage nicht mehr als Ausrede gelten – doch was benötigt ein Auto noch, um bestmöglich auf Tempo 100 zu sprinten?

OPTIMAL BESCHLEUNIGEN DANK HIGHTECH.

OPTIMAL BESCHLEUNIGEN DANK HIGHTECH.

Von der Theorie zur Praxis, vom Berechnen der Beschleunigung zu den konkreten Fakten: Vor allem bei Autos mit manuellem Schaltgetriebe spielen die Fahrkünste des Piloten weiter eine wichtige Rolle. Schließlich muss er die optimale Einkuppel-Drehzahl beim Anfahren kennen und die Schaltpunkte zwischen den Gängen perfekt treffen, um so schnell wie möglich Geschwindigkeit aufzubauen. Bei Modellen mit Automatik oder Doppelkupplungsgetriebe unterstützt Hightech-Software den Fahrer. Falls vorhanden, erledigt die Launch Control hier den Hauptteil der Arbeit: Sie steuert die Technikeinheiten so, dass beim Anfahren mit durchgedrücktem Gaspedal die optimale Drehzahl anliegt und die Reifen bei voller Traktion in den Asphalt greifen. Sprich: Der Computer errechnet die Bedingungen für den schnellsten Sprint, dann beschleunigt das Fahrzeug mit der genau richtigen Mischung aus Grip und Reifenschlupf.

Mit dem Fortschritt der Technik hat die Automatik die Handschaltung überholt. Während früher professionelle Fahrer Autos mit manuellem Getriebe deutlich schneller auf Tempo 100 beschleunigen konnten als Automatik-Modelle, ziehen sie inzwischen gegenüber Selbstschaltern mit Launch Control den Kürzeren. Was nicht heißt, dass man beim manuellen Wechseln der Gänge nicht viel Spaß haben kann.

BMW M2 CS [1] :
Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km   10,0
CO2-Emissionen kombiniert in g/km   226
CO2-Klasse   G

DIE 10 BMW M SERIENMODELLE MIT DER BESTEN BESCHLEUNIGUNG.

PLATZ

M MODELL

0–100 km/h 

MAX. LEISTUNG

1

3,0 s

467 kW (635 PS)

2

3,2 s

460 kW (625 PS)

3

3,2 s

460 kW (625 PS)

4

3,3 s

460 kW (625 PS)

5

3,3 s

460 kW (625 PS)

6

3,4 s

467 kW (635 PS)

7

3,4 s

405 kW (550 PS)

8

3,4 s 

405 kW (550 PS)

9

3,5 s 

405 kW (550 PS)

10

3,5 s

535 kW (727 PS)

UNTER 2 SEKUNDEN DANK ELEKTRO-ANTRIEB?

Der vollelektrische BMW M3 HP BEV Prototyp.

Der vollelektrische BMW M3 HP BEV Prototyp: ein Kandidat für eine neue 0-auf-100-km/h-Benchmark bei BMW M?

Der vollelektrische BMW M3 HP BEV Prototyp: ein Kandidat für eine neue 0-auf-100-km/h-Benchmark bei BMW M?

Wie bei allen Rekorden stellt sich auch beim Messen der Beschleunigung die Frage: Wo liegen die Grenzen? Supersportwagen mit Straßenzulassung liegen aktuell bei unter 3 Sekunden beim Sprint auf 100 km/h. Rallyecross-Fahrzeuge, die über eine fast grenzenlose Traktion verfügen, knacken mit ihren extrem kurz übersetzten Getrieben sogar die 2-Sekunden-Marke. Und die zunehmende Elektrifizierung der Autos lässt Rekordliebhaber auf weitere Bestmarken hoffen.

Denn bei Elektrofahrzeugen steht das maximale Drehmoment mit dem Tritt auf das Fahrpedal ohne jegliche Verzögerung zur Verfügung. Also nicht wie bei einem Verbrenner, der Umdrehungen benötigt, um Tempo aufzubauen. Zudem wird bei E-Autos zumeist auf ein mehrgängiges Getriebe verzichtet, damit entfallen Schaltvorgänge. So lässt sich das ein oder andere Zehntel herauskitzeln. Wenn die anderen Parameter wie Kraft, Grip und Co. mitspielen, könnte in absehbarer Zeit die 2-Sekunden-Hürde bei besonders starken und individuell ausgestatteten E-Sportwagen fallen – dabei liegt die Betonung auf "besonders stark" und "individuell". Für Serienfahrzeuge im Alltagsbetrieb wird die realistische Marke aufgrund der physikalisch bedingten Grenzen der Traktion bei ca. 2,2 bis 2,4 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h liegen. Fürs erste. 

REGELN FÜR REKORDE.

BMW M2 CS

REGELN FÜR REKORDE.

Mögliche Rekorde wollen selbstverständlich dokumentiert werden: Die Messungen der Automobil-Medien erfolgen deswegen mit geeichten und GPS-gesteuerten Geräten. Im Optimalfall werden sie auf einer ebenen und geraden Strecke mehrmals wiederholt – in beide Richtungen, um so äußere Einflüsse wie den Wind zu minimieren. Während es in den meisten Ländern um die magische 100 geht, ist in den USA und Großbritannien die Messung von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (mph) üblich. Das Tempo von 60 Meilen entspricht ungefähr 97 Stundenkilometern – weswegen die Messergebnisse oft einen Tick geringer ausfallen. Eines ist dabei sicher: Ob von 0 auf 97 oder 100 km/h, mit einer Zeit um drei Sekunden sind Sie beim Auto-Quartett-Spielen auf der sicheren Seite. Zumindest vorläufig.

STEHENDER START vs. 1-FOOT-ROLLOUT.

BMW M5 Touring G99.

STEHENDER START vs. 1-FOOT-ROLLOUT.

Im herkömmlichen Verfahren wird die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h aus dem Stand – oder: im stehenden Start – ermittelt. Zusätzlich erhebt BMW M zur umfassenderen Einordnung der Fahrleistungen den Wert nach der 1-Foot-Rollout-Methode. Bei diesem alternativen, weltweit angewandten Messverfahren beginnt die Zeitnahme erst, nachdem das Fahrzeug eine Strecke von einem Fuß (30,48 cm) zurückgelegt hat. 

BMW M5 Touring [1]:
Kraftstoffverbrauch gewichtet kombiniert in l/100 km   5,5; mit entladener Batterie: 11,0
CO2-Emissionen gewichtet kombiniert in g/km   124
Stromverbrauch gewichtet kombiniert in kWh/100 km   18,1
CO2-Klasse   D; mit entladener Batterie: G
Elektrische Reichweite in km   60

Optimal von 0 auf 100 mit Handschaltung.

BMW M4 Coupé F82 von 2014 und BMW M4 Coupé G82 von 2020 im Vergleich.

1. DSC

Illustration DSC Beschleunigung

1. DSC

BMW M4 F82

Vor dem Start deaktivieren Sie die BMW Antriebsschlupfregelung DSC („DSC off“) – sonst reguliert der Computer die Leistung schon bei leichtem Schlupf der Räder und Sie kommen langsamer aus den Startlöchern.

BMW M4 G82

Vor dem Start aktivieren Sie mit der BMW Antriebsschlupfregelung DSC den DSC-Modus MDM. 

ANFAHR-DREHZAHL.

Illustration Drehzahlmesser Beschleunigung

ANFAHR-DREHZAHL.

BMW M4 F82. 

Sie sollten das BMW M4 Coupé im Stand „vorspannen“. Das bedeutet, bei gedrückter Kupplung den Motor auf seine optimale Anfahr-Drehzahl einstellen. Sie ist abhängig von den Haftverhältnissen zwischen Boden und Reifen. Je höher der Reibwert, desto höher kann die Anfahr-Drehzahl gewählt werden. Beim BMW M4 Coupé mit Handschaltung liegt sie im Bereich zwischen 3.200 und 4.000 U/min.

BMW M4 G82.

Die Vorspanndrehzahl muss nicht mehr manuell vom Fahrer eingeregelt werden, bei Kickdown wird sie vom Steuergerät automatisch eingestellt.

 

3. SCHLUPF.

Illustration Räder Beschleunigung

3. SCHLUPF.

BMW M4 F82.

Im nächsten Schritt müssen Sie den Punkt der maximalen Traktion des Reifens ermitteln. Fünf bis 30 Prozent Schlupf sind optimal. Zu viel Schlupf bemerken Sie sofort, dann drehen die Reifen durch. Zu wenig ebenso: Dann kommen Sie mit Ihrem BMW M4 Coupé eher langsam aus den Startblöcken. Denken Sie daran: Als Pilot übernehmen Sie manuell die Aufgaben, die sonst eine Launch Control für Sie erledigt.

BMW M4 G82. 

Die Launch Control unterstützt den Fahrer beim Einregeln des optimalen Reifenschlupfs und sollte zwischen 5-15% liegen. 

4. SCHALTDREHZAHL.

Illustration Schaltung Beschleunigung

4. SCHALTDREHZAHL.

BMW M4 F82. 

Der letzte Punkt sind die Gangwechsel. Schalten Sie flüssig hoch und vor allem: im richtigen Augenblick. Die Anschlüsse beim Beschleunigen mit Vollgas müssen perfekt passen, das ist der Fall bei rund 7.100 U/min. Wenn Sie zu früh hochschalten, fällt die Nenndrehzahl ab und Sie verlieren Zeit, weil Leistung fehlt. Und wenn Sie zu spät schalten und den Motor zu weit ausdrehen, kann der Punkt der höchsten Leistungsabgabe schon überschritten sein.

BMW M4 G82. 

Die optimale Schaltdrehzahl liegt auch hier bei 7.100 u/min, wobei die Launch Control beim Aufrechterhalten des Ladedrucks unterstüzt. 

ÜBEN* FÜR DEN OPTIMALEN SPRINT.

Mit ein oder zwei Versuchen ist es beim Projekt „bestmögliche Beschleunigung“ nicht getan, auch für Profis nicht. Bis Sie die richtige Drehzahl für den Start, die besten Schlupfwerte und passenden Schaltpunkte zur optimalen Traktion zusammengemischt haben, werden einige Versuche nötig sein. Erst dann kommen Sie perfekt aus den Startlöchern. Für bestmögliche Beschleunigungswerte sollte der Antrieb des Wagens zudem warmgefahren sein, Nebenaggregate wie Klimaanlage und alle sonstigen Verbraucher abgeschaltet. Die schließlich gemessenen Zeiten hängen maßgeblich von den äußeren Umständen ab: welche Temperaturen in der Luft und auf dem Untergrund herrschen, wie griffig dieser Asphalt ist, ob er feucht ist oder trocken. 

FAQ

Fragen und Antworten zur Beschleunigung von 0 auf 100 km/h.

  • BMW M3 CS Touring

    Die 0-auf-100-km/h-Zeit zeigt, wie schnell ein Auto aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen kann. Je niedriger der Wert, desto spontaner und sportlicher ist die Beschleunigung.

BMW M3 CS Touring [1] :
Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km   10,5
CO2-Emissionen kombiniert in g/km   238
CO2-Klasse   G
BMW M5 Touring [1]:
Kraftstoffverbrauch gewichtet kombiniert in l/100 km   5,5; mit entladener Batterie: 11,0
CO2-Emissionen gewichtet kombiniert in g/km   124
Stromverbrauch gewichtet kombiniert in kWh/100 km   18,1
CO2-Klasse   D; mit entladener Batterie: G
Elektrische Reichweite in km   60
BMW M2 CS [1] :
Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km   10,0
CO2-Emissionen kombiniert in g/km   226
CO2-Klasse   G

* Extreme Beschleunigungsversuche führen zu entsprechendem Reifenverschleiß und hohen Belastungen für die Mechanik des Fahrzeugs.

Dies alles sollten Sie nicht im Straßenverkehr üben, sondern nur auf einem abgesperrten und dafür geeigneten Gelände, zum Beispiel einer Rennstrecke.

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